Für Agenturen

Eigentlich ist es mein Traum, ohne Vermittler, Agenturen oder sonstige Dienstleister arbeiten zu können. Ich bin mir aber bewusst, dass es in der aktuellen Situation des Marktes unrealistisch ist und habe deswegen auf dieser Seite ein paar Wünsche zusammengetragen, die ich an Agenturen habe.

Bitte beachten sie obendrein die Seite über Missverständnisse, wo ich Ihnen aufgeschrieben habe, was Sie bei mir eher nicht finden.

Bitte nicht ohne Absprache telefonieren!

Ich arbeite alleine und oft tief konzentriert. Mit einem Anruf reißen Sie mich aus dieser Konzentration heraus und ich verbrauche wertvolle Zeit, um meine Gedanken nach dem Telefonat wieder dort hin zu schieben, wo sie waren, als das Telefon klingelte. Bitte rufen Sie mich nur in Notfällen ohne vorherige Absprache an. Egal, wie dringend das Projekt ist, wenn der Kunde Zeit hat, über eine Agentur nach mir zu suchen, dann sprechen wir nicht von einem Notfall. Ich bin per E-Mail erreichbar und antworte schnell.

Verfügbarkeit

Ich bin ab sofort für zwei Tage die Woche und ab November 2018 wieder regulär für drei bis vier Tage in der Woche verfügbar. Wenn Sie mich früher engagieren möchte, sprechen Sie mit mir und ich werde sehen was ich möglich machen kann.

Ich bin mir bewusst, dass die meisten Endkunden lieber einen Vollzeit-Consultant in ihrem Projekt sehen möchten. Ich möchte aber zu bedenken geben, dass ein fachlich wirklich kompetenter Consultant in drei Tagen ein Projekt besser voran treiben kann als ein Junior-Level Consultant in fünf.

Ein in der Vergangenheit bereits mehrfach erfolgreich getroffener Kompromiss ist eine Kombination aus drei Tagen in der Woche vor Ort und einem Tag aus dem Home Office. Dabei gehe ich davon aus, dass ich an Vor-Ort-Tagen auch mehr als acht Stunden arbeiten darf und diese Extrazeit auch zum anteiligen Tagessatz verrechnet werden kann.

Profil

Mein Freiberufler-Profil können Sie von dieser Webseite herunterladen. Ich stelle Ihnen das Dokument als PDF zur Verfügung. Im Word-Format kann ich Ihnen das Dokument nicht anbieten, da es nicht in Microsoft Word erstellt wurde. Sie können jedoch Textabschnitte mit geeigneter Software aus dem PDF übernehmen.

Arbeit aus eigener Infrastruktur

Als selbständiger Dienstleister arbeite ich im Projekt grundsätzlich mit meinen eigenen Arbeitsmitteln. Das gilt sowohl für die Computer, die ich zur Erbringung meiner Leistungen benutze, als auch für die Mailadresse, mit der ich im Projekt kommuniziere als auch für Mobiltelefon etc. Ich agiere selbständig am Markt; hierzu gehört auch, dass ich nicht den Eindruck erwecke, als wäre ich irgendwo angestellt.

Eine Eingliederung in die Strukturen des Kunden (hierzu zählen auch die Benutzung von vom Kunden gestellter Hardware, dessen Mailsystem o.ä.) kommt nur in Frage, wenn dies für die Erbringung der Leistung (z.B. Wissenstransfer “on the Job” oder Bau von Systemen für den Kunden) unbedingt notwendig ist. In diesem Fall gehe ich davon aus, dass wir uns auf ein Dokument einigen können, das diese zwingenden Erfordernisse dokumentiert, und das ich zu meinen Akten nehmen darf.

Was ich mir von Ihnen wünschen würde

Laut Wikipedia ist eine Agentur “eine geschäftlich betriebene Tätigkeit im Rahmen einer Vermittlungsleistung. Kernmerkmal dieser Tätigkeit ist das Zusammenbringen von zwei Partnern z. B. mit dem Ziel eines Vertragsabschlusses oder der Herstellung einer sonstigen Verbindung zwischen beiden oder mehreren Personen”.

Dazu gehört meiner Meinung nach ein Streben nach einer Zufriedenheit aller drei Vertragsparteien: Dem Endkunden, der Agentur und schließlich der zu vermittelnden Dienstleister. Die Agentur meiner Träume sieht sich als “neutraler Vermittler”.

In meinem Geschäft nehme ich die Agenturen in aller Regel ziemlich einseitig als Vertreter der Wünsche des Endkunden wahr. Nicht selten hat der Endkunde dabei unrealistische Vorstellungen über die Verfügbarkeit und Kompromissbereitschaft des Dienstleisters. Anders kann ich mir die Anzahl der angebotenen Projekte “ab Morgen Vollzeit vor Ort” nicht erklären.

Für Sie dummerweise und für mich glücklicherweise lassen sich Experten meines Kalibers nicht wie Frühlingszwiebeln ernten, und diejenigen, die es gibt, sind üblicherweise nicht projektlos daheim, sondern gut in ein Projekt verkauft. Das schließt natürlich nicht aus, dass es doch mal jemanden gibt, der “ab Morgen Vollzeit vor Ort” verfügbar ist, aber die Spitzenkräfte sind das in aller Regel nicht.

Es wäre vermutlich im Interesse aller Beteiligten, wenn Sie als Agentur nicht dem Kunden falsche Hoffnungen machen, sondern ihn realistisch darüber aufklären würden, dass man auf die Top-Dienstleister manchmal ein paar Wochen oder gar Monate warten muss und sie dann oft nicht Vollzeit verfügbar sind. Denn ein Top-Dienstleister bleibt das nur, wenn er sich regelmäßig weiterbildet und z.B. Konferenzen und Kongresse besucht. Und die meisten Top-Dienstleister haben neben ihrem Consulting-Geschäft noch laufende Verpflichtungen verschiedenster Art, die “Vollzeit in Ihrem Projekt” unrealistisch und auch unattraktiv machen.

Ich sehe eine Agentur als Schnittstelle zwischen mir als Experten und dem Endkunden. Ich habe mich frei und unabhängig für zeitlich begrenzte Projekte und Konditionen entschieden; der Endkunde möchte ein Projekt aufsetzen und ohne die Folgekosten eines dauerhaften Personalkörpers durchziehen. Das ist ein Geben und Nehmen, und auch wenn es auf den ersten Blick der Endkunde ist, der Ihre Marge bezahlt, sind Sie dennoch auch ein wenig davon abhängig, dass Sie genug freiberufliche Experten finden, auf deren Honorarae Sie Ihre Marge aufschlagen können. In diesem Sinne ist es Ihre Aufgabe, ordentlich zu vermitteln, in erster Linie Aufgaben, Expertisen, einen ordentlichen Rechtsrahmen und einen fairen Ausgleich. Ich möchte nicht als “Arbeit-Nehmer” an “Arbeit-Geber” überlassen werden, sondern als Experte zu einem Auftraggeber vermittelt werden.

Ich möchte Sie als Agentur auch ein wenig in die Pflicht nehmen, den Kunden von den zweifellos für alle Beteiligten sichtbaren Vorteile von Dienstleistungen in Teilzeit, Remote oder gar einer Kombination von beiden zu sensibilisieren. In den seltensten Fällen ist für ein IT-Projekt die Vollzeit-Anwesenheit des Dienstleisters beim Kunden wirklich notwendig. Im Gegenteil: Ein IT-Dienstleister ist Wissensarbeiter, und Wissensarbeiter können erwiesenermaßen besser konzentriert arbeiten, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Leider sind die üblichen Büro-Setups konzentrierter Arbeit eher abträglich.

Verträge

Ein kurzer Vertrag ist ein guter Vertrag. Wie lang ist der Vertrag, den Sie mit dem Unternehmen schließen, das jährlich Ihre Klima- oder Heizungsanlage wartet? Auf demselben Level sollte man IT-Dienstleister beauftragen: Anfrage, Angebot, Auftrag, Ausführung, Rechnung.

Warum schreiben wir in unsere Verträge, dass ich frei von Weisungen bezüglich Einsatzort, Zeiten etc bin, wenn das sowieso der vom Gesetz für einen Dienstvertrag vorgesehene “Default-Fall” ist?

Warum müssen wir seitenlange Bestimmungen zur Urheberrechtsübereignung für Softwareentwickler vereinbaren, wenn klar ist, dass ich in dem Projekt keine Zeile Software selbst schreiben werde und auch nur Open-Source-Produkte zum Einsatz kommen?

Warum verwenden so viele Agenturen Standardverträge, von denen ihr Anwalt gesagt haben muss, dass die Hälfte der Bestimmungen der Prüfung nach den §§ 305 ff BGB nicht standhalten?

Ist es fair, dass die Standardverträge der Agenturen entgegen der bestehenden Rechtslage versuchen, das Scheinselbständigkeitsrisiko auf den Freiberufler (“arbeitnehmerähnlicher Selbständiger”, der GAU unter den möglichen Ergebnissen der Statusfeststellung) abzuwälzen?

Lassen Sie uns über den Vertrag reden und dann großzügig den Rotstift ansetzen - gerne auch in Zusammenarbeit mit Ihrem Anwalt. Das macht uns allen die Arbeit leichter und reduziert unser aller Risiko.

Wer ist der Endkunde?

Ich möchte gerne wissen, wer der Endkunde ist, bevor sie mich oder gar meinen Namen ins Gespräch bringen. Es ist in meinen Augen fair, dass ich weiß, wo mein Profil auf dem Tisch liegt.

Kettengeschäfte

Sehr, sehr ungerne. Schon dann, wenn Sie mich direkt beim Endkunden einsetzen, ist das Verhältnis kompliziert: Eigentlich müssten Aufträge und Absprachen immer bei Ihnen über den Tisch gehen. Wenn Sie mich an ein Systemhaus oder noch schlimmer an den “preferred supplier” des Endkunden verkaufen, und dieser mich dann an den Endkunden weiterverkauft, wird die “Stille Post” noch schlimmer. Das macht die Vertragsverhandlungen zur Hölle, und auch die formellen Dinge während der Vertragslaufzeit müssen noch über einen weiteren Tisch von jemandem laufen, dessen Motivation zur Bewegung diplomatisch ausgedrückt überschaubar ist und der mich nur als ein “Werkzeug” sieht, das beliebig austauschbar und ansonsten nur lästig ist.

Außerdem schneidet sich dann noch eine zweite Instanz seinen Anteil ab, was real gesehen meinen Stundensatz weiter reduziert.

Überzeugen Sie mich vom Vorteil eines Kettengeschäfts, aber grundsätzlich bin ich diesem Vertragskonstrukt eher abgeneigt.

Ich bin Freiberufler

Wie Sie aus dieser Webpräsenz klar erkennen können, bin ich Freiberufler vom ganzen Herzen - und das nicht erst seit gestern. Das bedeutet insbesondere, dass ich an Arbeitnehmerüberlassung und anderen “modernen” Formen der Vermittlung nicht interessiert bin. Die Politik arbeitet hart daran, die Freiberuflichkeit für IT-Spezialisten und andere Wissensarbeiter zu erschweren. Deswegen bin ich Mitglied im Verband der Gründer und Selbständigen Deutschlands und hoffe, dass auch Sie als Agentur Ihr Gewicht in die Waagschale werfen, um unsere Arbeitsform weiterhin möglich zu machen. Dazu gehört auch, dass Sie die potenziellen Kunden dazu sensibilisieren, dass es durch geeignete Vertragsgestaltung möglich ist, IT-Freiberufler zu beschäftigen, ohne der Rentenversicherung Futter für eine Einstufung als Scheinselbständigkeit zu geben.

Festanstellung? Da müssen Sie außergewöhnliches bieten.

Sie suchen nach einem Kandidaten für eine Festanstellung und denken, ich könnte geeignet sein? Überzeugen Sie mich. Dafür braucht es aber mehr als nur die üblichen Phrasen einer Stellenausschreibung. Erklären Sie mir, warum ich für den Arbeitsplatz meine über 30jährige Freiberuflichkeit aufgeben soll, welche über das normale Maß für IT-ler hinausgehende Freiheiten mir der potenzielle Arbeitgeber einräumt, wie die betrieblichen Übungen zum Thema Teilzeit, Heim- oder Remotearbeit aussehen, ob ich auch mal “Nein” sagen darf, welche Möglichkeiten zur Weiterbildung, Öffentlichkeitspräsenz, Arbeit an Open Source etc bereitstehen, ob der potenzielle Arbeitgeber an der Produktivität seiner Leute interessiert ist oder ob er sie in einer Großraumbüro-Legehennenbatterie lagert, ob man mir ein vielleicht gar nicht gewünschtes Firmenauto aufdrückt oder mich gar zwingen möchte mit dem Auto zum Kunden zu fahren, und seien Sie bitte darauf vorbereitet, dass ich die Zusagen im Anstellungsvertrag niedergelegt haben möchte.

Aber wenn Sie schonmal hier sind, weil Sie bei der Suche nach den Schlüsselworten, die Ihr Kunde Ihnen aufgetragen hat, bei mir gelandet sind: Hat Ihr Kunde schonmal darüber nachgedacht, die sicherlich mehrmonatige Durststrecke bis zum Einstieg des/der neuen Festangestellten mit einem guten Freelancer zu überbrücken? Denn auch dazu sind wir Freelancer da: Wir sind zwar auf die Stunde gesehen teurer, sind aber viel schneller wieder lozuwerden und somit ideale Lückenbüßer für die Situation, dass viel mehr Arbeit da ist als angestellte Leute die diese machen können.

Sie werden mich ja nicht ohne Grund gefunden haben: Bin ich vielleicht derjenige, der die akuten Schmerzen Ihres Kunden kurzfristig lindern kann? Ich würde mich freuen, wenn sie darüber nachdenken, mein Profil auch dann an den Kunden weiterzugeben, wenn ich für eine Festanstellung nicht in Frage komme oder Ihnen bereits abgesagt habe. Vielleicht bekommen Sie ja auch für die Vermittlung eines herausragenden Freelancers eine Provision, dann haben alle drei etwas davon: Der Kunde kann das erhoffte Geschäft mit seinen Endkunden früher machen als mit dem neuen Festangestellten, Sie haben für sich unerwarteten Umsatz generiert, und ich habe vielleicht ein interessantes Projekt.

Führungszeugnis

Ein “einfaches” Führungszeugnis bekommen Sie von mir auf Anforderung nach Abschluß eines Projektvertrages. Sie übernehmen die Kosten und bezahlen meinen Zeitaufwand wie regulären Aufwand für Aktivitäten im Projekt.

Sicherheitsüberprüfung?

Danke, aber nein danke. Der Öffentliche Sektor ist sowieso nicht meine Wunschzielgruppe. Ich habe außerdem so viel Selbstrespekt, dass ich nicht zulasse, dass Behörden mehr als unbedingt notwendig in meinem Privatleben herumschnüffeln.

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